Sonntag, 23. Dezember 2007

"The Corrections" von Jonathan Franzen zu lesen ist sehr schön.

von drbierkrug um 17:18h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Dienstag, 31. Juli 2007

Laisse tomber les filles
Death Proof hat einen tollen Soundtrack, badet unverschämt tarantinesk in Zitaten und macht unheimlich viel Spaß. Mehr kann man nicht erwarten.

von drbierkrug um 11:18h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Donnerstag, 29. März 2007

Dr. Psycho
Ich will im Folgenden über die neue Pro-Sieben-Serie "Dr. Psycho" schreiben. Natürlich muss ich damit beginnen, dass es doch höchst erstaunlich ist, dass die alte Tante Pro Sieben, die zwar immer wieder zu Innovationen, aber selten zu unpeinlichen solchen bereit ist, diese Serie in den sich nun erschreckend hervorragend ausnehmenden Montag Abend direkt hinter die Märchenstunde und vor Switch und Stromberg gesetzt hat. Höchst erstaunlich, weil mutig und Mut im deutschen Fernsehen sonst nur mit dem Elektronenmikroskop zu finden ist. Oder wer erinnert sich an die letzte lustige Serie im deutschen Fernsehen, die nicht aus dem Ausland gekauft oder geklaut wurde?

"Dr. Psycho" also ist sehr lustig (jedenfalls die erste Folge) und sogar noch originell. Die Serie handelt von dem Psychologen Max Munzl (Christian Ulmen; der Mann könnte das Wort zum Sonntag moderieren, es wäre großartig), der einer schon leicht psychotischen Polizeitruppe zugeordnet wird und diese endgültig in den Wahnsinn treibt. Sie verzichtet auf den schnellen Lacher. Langsam driften die Situationen ins Absurde ab, bis man sich als Zuschauer irgendwann doch nicht mehr halten kann. Zum Beispiel, als Munzl in der Hand dreier jugendlicher Geiselnehmer von seiner ihn verlassen wolleden Frau angerufen wird: "Schatz, ist gerade schlecht. Ich bin Geisel." Und diese ihn später auch wieder - aus lauter Sorge - "Schatz" nennt, was er ihr sofort unter die Nase reibt, bis einer der Geiselnehmer die Geduld verliert, in die Luft schießt und von einem Querschläger getroffen wird. Das ist wunderbar komisch. Und deshalb ist es ja auch mehr als zweifelhaft, dass die Serie beim Pro-Sieben-Publikum ankommt. Der ähnlich abseitige "Stromberg" wird schließlich auch erst um viertel vor elf versendet. Egal, hoffen wir das beste.

Auffällig gut ist auch die Musik, haufenweise Adam Green und anderes aus der Indie Disco unseres Vertrauens. Unseres Vertrauens? Ja: Selten habe ich mich so sehr als Zielgruppe gefühlt wie bei "Dr. Psycho".

von drbierkrug um 20:28h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Samstag, 7. Oktober 2006

Möchte immer noch kein Eis
Black Dahlia ist ein wunderbar unterkühlter, künstlicher Film. Das fängt bei den entfärbten Bildern mit Sepiastich an und setzt sich in den klischeehaften LA-der-40er-Kulissen und typisch-hollywoodhaften Charakteren fort. Eigentlich eine schon fast eine zwingende Umsetzung bei diesem Thema: Dem Mord an der Möchtegernschauspielerin Elisabeth Short im Jahre 1947. Oder besser: Der angeblichen Traumfabrik als Alptraumfabrik, der Brian de Palma den Spiegel vorhält (Ups, da bin ich wohl in die Feuilletonformulierungsfalle getappt.) Leben und Sterben als großes Kino, jedenfalls. Angucken!

(Ach ja: Scarlett ist wieder zum Verlieben.)

(Und: Das Drehbuch ist übrigens von Josh Friedman, der leider schon lange nichts mehr in sein Blog geschrieben hat.)

von drbierkrug um 20:01h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Sonntag, 21. Mai 2006

Waterloo to everywhere
Fallen wir gleich mit der Tür ins Haus: Ein so großartiges Album wie "Waterloo To Anywhere" von Dirty Pretty Things ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Es wurde auch Zeit: Als der notorische Pete Doherty langsam schon anfing, die Libertines hinter seiner Drogengeschichte verschwinden zu lassen, taucht sein Libertines-Kollege Carl Barât mit neuer Band (Anthony Rossomando (gr), Didz Hammond (b), Gary Powell (dr, früher ebenfalls bei den Libertines)) auf, um der Welt einmal mehr diese geniale Musik in der Tradition von The Clash zu schenken. Und um nebenbei endlich klarzustellen, wer denn der bessere Songwriter der beiden ist.

Dirty Pretty Things haben dabei einfach alles, was die Libertines einst so gut machte: Die großen, großen Gitarrenmelodien, aber auch die sympathische Schlampigkeit der gelangweilten Genies. Nur hat sich das Gleichgewicht ein wenig zugunsten ersterer verschoben. Will heißen: Die Lieder verlaufen nicht mehr im Sand oder schweifen ins Quälen der Instrumente ab. Stattdessen geht es direkt zur Sache und bleibt auch dort. Das wunderbare Live-Feeling der Aufnahmen, die traditionsgemäß keine große Produktion benötigen, bleibt dabei trotzdem erhalten: Dirty Pretty Things spielen genauso wenig perfekt, wie es die Libertines taten (es gibt nichts Langweiligeres als das Perfekte), aber sie geben nicht mehr so sehr damit an. Entsprechend ist das Album auch etwas kürzer geworden (etwas mehr als 33 min) - es fehlt einfach das sinnlose Füllmaterial.

Einzelne Songs hervorzuheben, fällt dabei schwer: Das Album ist in sich absolut geschlossen. Schon im großartigen Opener Deadwood werden die wunderbaren Melodien mit aller Wucht rausgehauen, als gäbe es sie in unendlicher Fülle. Konsequent geht es so weiter bei Doctors And Dealers und der ersten Single Bang Bang You're Dead. Bald darauf bietet The Gentry Cove mit leicht reggeaeskem Klang eine kleine Verschnaufpause, doch spätestens mit dem an Oasis gemahnenden If You Love A Woman bleibt einem nichts anderes, als begeistert durch die Gegend zu hüpfen (wenn man nicht gerade eine Rezension schreibt), bis der letzte Ton des letzten Songs, Last Of The Smalltown Playboys, verklungen ist.

Dann muss man leider eine kurze Pause machen, um die CD von vorne zu starten.

von drbierkrug um 20:23h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Mittwoch, 5. Oktober 2005

Carter The Great
Es passiert mir selten, dass ich ein Buch, dass ich von der örtlichen Bücherei ausgeliehen habe, uneingeschränkt empfehlen kann. Normalerweise sind die zufälligen Griffe ins Bücherregal nicht weiter erwähnenswert, meist erwische ich ein recht unterhaltsames Buch, auf dass ich aber sicher auch hätte verzichten können. Mit „Carter beats the devil“ verhält es sich jedoch ganz anders. Der Debütroman (im Deutschen: „Carter, Das Spiel mit dem Teufel“) des amerikanischen Schriftstellers Glen David Gold war nämlich ein wahrer Glücksgriff, ein Wahnsinnsbuch, erfüllt von einer irremachenden Spannung und ausgestattet mit einem ungeheuerlichen erzählerischen Sog, der den Leser von der ersten Seite an gefangen nimmt.

Gold wirft den Leser gleich mit den ersten Sätzen ins kalte Wasser: Am 2. August 1923 stirbt der amerikanische Präsident Warren G. Harding unter mysteriösen Umständen in San Francisco. Zwei Personen werden daraufhin von der Presse gejagt, zum Einen Hardings Frau, zum Anderen der berühmte Magier Charles Carter, genannt Carter The Great. Die Show des Letzteren hatte Harding am Abend vor seinem Tod besucht und war dabei auch als Freiwilliger im letzten Teil von Carters Programm (das den Namen „Carter beats the devil“ trägt) aufgetreten. Wir erfahren, dass Harding dabei als Teil einer Illusion vor den Augen des Publikums in Stücke gerissen worden war, um danach unversehrt wieder auf der Bühne zu erscheinen und dass Harding gegenüber Carter ein furchtbares Geheimnis erwähnt hatte. Es sind diese wenigen Versatzstücke, zu denen sich noch ein Verhör Carters durch zwei Geheimdienstmitarbeiter gesellt, mit denen Glen David Gold am Anfang das Interesse des Lesers weckt. Man ist gerade so weit, der Story unbedingt bis zum Ende folgen zu wollen, da unterbricht Gold den Erzählfluss und beginnt ganz am Anfang, mit der Kindheit seines Helden Carter Ende des 19. Jahrhunderts. Fast ist man schon enttäuscht, dass das Buch vom spannenden Thriller zur belanglosen Lebensgeschichte abrutscht, da entpuppen sich die Erlebnisse des jungen Carter als nicht minder interessant. Wir erfahren, wie Carter zur Magie, angefangen bei kleinen Karten- und Münztricks, fand, wie er immer neue Illusionen erlernte, sich dabei aber auch immer mehr von seiner Familie, vor allem von seinem geschäftsmännischen Vater, der für den Hokuspokus seines Sohnes nichts übrig hatte, entfernte. Dieser sieht es dann auch nicht gerne, als Carter, statt in Yale zu studieren, mit mäßigem Erfolg als Teil einer Vaudevilleshow durchs Land tourt. Überhaupt sind die Kapitel über Carters erste Auftritte die besten des Buchs. Wir leiden mit Carter mit, wenn er im Showgeschäft nicht recht Fuß fassen kann, auch weil ihm die Unterstützung seiner Eltern fehlt, wenn er sich gegen den hinterhältigen Magier Mysterioso, der als Headliner der Show nach Carter auftritt, zur Wehr setzen muss und wenn er sich – natürlich unglücklich – verliebt.

Genau in dem Moment, dem großen Finale dieses ersten Teils, in dem sich dann alles zum Guten zu wenden scheint, unterbricht Glen David Gold abermals seine Erzählungen und wir springen zurück ins Jahr 1923, wo sich auf einmal eine Vielzahl von Handlungssträngen aufspannt, die alle um Carter und den Tod Präsident Hardings kreisen. So schauen wir dem Geheimdienstagenten Jack Griffin über die Schulter, wundern uns über die Rolle, die der Erfinder Philo Farnsworth mit seiner verrückte Idee „Television“ in der ganzen Geschichte spielt und staunen ganz einfach über die magische Leichtigkeit, mit der Gold hier auf einmal den hochkomplexen Plot eines Thrillers entfaltet. Wohlgemerkt ohne dabei seinen Helden Carter und dessen Empfindlichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Der an sich schon fantastischen Geschichte kommt dabei auch noch der Reiz der historischen Wahrheit zu Gute. Charles Carter war tatsächlich einer der größten Magier seiner Zeit, den man durchaus in einem Atemzug mit solchen Größen wie Houdini oder Kellar nannte. Warren G. Harding starb tatsächlich am 2. August 1923 und die Erfindung des Fernsehers durch Philo Farnsworth machte ebenfalls genau zu dieser Zeit Furore. Glen David Gold gelingt es meisterhaft, diese verschiedenen historischen Tatsachen zu verknüpfen und daraus eine wunderbare Geschichte zu schmieden, die auch, aber nicht vor allem von der magischen Frage lebt, was denn nun Fakt und was Fiktion ist. Und am Ende, wenn sich alle Zusammenhänge aufgeklärt haben, ist man sicher, einem zauberhaften Erzähler aufgesessen zu sein.

von drbierkrug um 13:59h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Trust the toad!
"The Brothers Grimm" hat Längen. Gut, dass muss nicht schlimm sein. Viele Filme haben Längen. Dieser nur leider etwas zu viele. Natürlich hat er auch gute Momente, spannende Szenen und lustige Dialoge. Aber dafür muss man leider auch viele langweilige Passagen überstehen. Schuld daran sind, wie immer, die Franzosen. Doch der Reihe nach:

Die Brüder Jakob (Heath Ledger) und Will Grimm (Matt Damon) sind zwei ziemlich schlimme Finger. Sie jagen der arglosen Landbevölkerung großen Schrecken mit fiesen Hexenpuppen ein, um sie dann für teuer Geld von den von ihnen geschaffenen Plagen zu befreien. Nur dummerweise haben sie ihre Rechnung ohne die Franzosen gemacht, die zum Anfang des 19. Jahrhunderts Westfalen besetzt halten. Im Auftrag des Klischeefranzosenbösewichts General Delatombe (Jonathan Pryce), der sich beständig über das schlechte Essen in den besetzten Gebieten aufregt, nimmt der leicht verrückte Foltermeister Cavaldi (lustig-sadistisch: Peter Stormare) die beiden Grimms gefangen und zwingt sie, den Geschehnissen in einem Wald bei Marbaden (gibt's das?) nachzugehen. Dort sind schon zehn Kinder verschwunden und der General vermutet eine ähnliche Bande wie die Grimms dahinter. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass hier wirklich ein Fluch auf dem Wald liegt, auch wenn Will, der egoistische Realist, es nicht glauben will. Jacob dagegen, der Träumer und Märchenschreiber, erkennt schon bald, dass die Vorgänge im Wald, zum Beispiel die laufenden Bäume, nicht mit Seilkonstruktionen zu erklären sind. Diese Ansicht teilt er mit Angelika (viel zu ernst: Lena Headay), die, ganz anders als die Grimms, furchtlos in den Wald reitet, um ihre beide verschwundenen Schwestern zu suchen.

An dieser Stelle könnte sich nun eigentlich ein fantastisches Abenteuer entspinnen. So ein verzauberter Wald bietet doch reichlich Möglichkeiten für eine spannende Erzählung mit vielen aufregenden Begebenheiten, aber leider sieht das Drehbuch dies nicht vor. Stattdessen geht es ständig sinnlos zwischen dem Dorf Marbaden und der Residenz des Generals hin und her, in den Wald hinein und wieder heraus, auf die Pferde, von den Pferden herunter, in die Folterkammer, aus der Folterkammer heraus... Undosoweiter. So müssen sich die Grimms nicht nur mit aggressiven Bäumen, bösen Raben und einem Wolf mit einer verzauberten Axt herumärgern, was für die meisten Filme ja wohl ausreichen würde, sondern auch mit den fiesen Franzosen, die mal wieder gar nichts verstehen und sehr blöd sind. Zwischem dem bösen Zauber und den gemeinen Besatzern stehen die beiden Grimms denn auch ziemlich hilflos und wissen die Geschichte auch nicht recht voranzutreiben. Da wäre es wirklich besser gewesen, auf die meisten Szenen mit den Franzosen zu verzichten.

So verliert sich der Film in seiner eigenen Story und dem anstrengenden Dauerwechsel der Schauplätze, den Regisseur Terry Gilliam zwar gekonnt inszeniert, dem er aber auch keine Spannung abgewinnen kann. Störend sind zudem auch die viel zu ernstgemeinten Special Effects. Ein paar alberne Plastikmonster wie in Gilliams "Time Bandits" hätten es auch getan, meine ich. Vermutlich war der Film dafür aber zu teuer und zwanzig Jahre zu spät.

Dennoch war "The Brothers Grimm" aber keine vollständige Enttäuschung, da am Drehbuch zumindest die meisten Dialoge Spaß machen und alle Schauspieler ihre Lektion in Sachen Slapstick gelernt haben. Schade, dass aus der Idee von den Hochstaplerghostbustern des 19. Jahrhundert nicht so viel geworden ist, wie möglich war. Wie gesagt: Ich glaube, das haben die Franzosen versaut.

von drbierkrug um 11:17h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Freitag, 2. September 2005

Yeti - Keep Pushin' On
Yeti, auf die ich im Rahmen dieser Seiten nun doch schon oft hingewiesen habe, haben eine neue Single herausgebracht. "Keep Pushin' On" ist bei uns natürlich nur als UK-Import erhältlich (allerdings nicht bei amazon, obwohl dieser Laden die erste, geringer aufgelegte Single "Never Lose Your Sense Of Wonder" noch bei uns verkauft hat). Wer jedoch auf die hübsche Plastikschachtel der Maxi-CD verzichten kann, den kann auch iTunes glücklich machen.

Die A-Seite "Keep Pushin' On" ist ein gutgelauntes Stück, das sehr nach '60s klingt. Das darauffolgende "In Like With You", nicht vom eigentlichen Leadsinger John Hassall, sondern von Gitarrist Harmony Williams gesungen, klingt deutlich moderner. Bisher fand ich übrigens alle Harmony-Songs besser als die des Ex-Libertines Hassall, "In Like With You" bildet hier keine Ausnahme. Der Song klingt wunderbar leicht, gleichzeitig aber auch ein bisschen traurig, und lässt durch die kreative Basslinie und die hinauf- und herunterdudelnden Gitarren ein wenig an Country denken (allerdings in einem angenehmen Rahmen). "Carpet Road" ist dann wieder ein Hassall-Song und ich hoffe, er wächst noch beim wiederholten hören. Bisher klingt er nur recht lustig.

Wenn Sie jedenfalls die La's ("There She Goes") fürs 21. Jahrhundert und in etwas rockiger suchen, wären Yeti eine Überlegung wert.

von drbierkrug um 19:24h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Sonntag, 28. August 2005

Banquo
Bald habe ich sämtliche Bands der großen Britenwelle durch, die in diesem Jahr die Welt überschwemmt. Heute an der Reihe: The Futureheads aus Sunderland. Dabei habe ich noch nicht einmal das, so hört man allerorten, sehr gute selbstbetitelte Debütalbum. Nein, alles was ich von dieser vierköpfigen Gruppe kenne, ist eine B-Seite, die auf einer dem NME beigelegten CD war. Der Song heißt „Banquo“ und ist bei uns wohl nur als UK-Import auf der Single „Decent Days And Nights“ oder eben auf besagter Heft-CD des NME in gut sortierten und ausreichend langsamen Bahnhofskiosken erhältlich (Ich habe das Heft letzten Dienstag gekauft, wahrscheinlich ist mittlerweile überall schon die nächste Ausgabe in Auslage. Entschuldigt meine Schneckenhaftigkeit.).

„Banquo“ also ist eine wundersame Demonstration dessen, was eine behutsame Produktion aus zwei Akustikgitarren, schüchternen Drums und einigen guten Sängern machen kann. Die Instrumente lassen natürlich erst einmal an ein gemütliches Lagerfeuergefolke denken, doch weit gefehlt: „Banquo“ bleibt immer genau das, was die Musikpresse jetzt „Neo-Wave“ nennt, nur die Wahl der Mittel ist eben ungewöhnlich.

Der cleane Sound mag dazu beitragen, dass die Futureheads auch hier der Britenwelle, zu deren Auslösern sie auch selbst zu zählen sind, treu bleiben. Sicherlich hilft dabei auch der unvermeidliche britische Akzent, den ich früher für eine gesangestechnische Unmöglichkeit gehalten hätte. Es spricht aber vor allem für die ungewöhnliche musikalische Versiertheit der Futureheads, aus diesen Instrumenten einen Song hervorzuzaubern, der in bester Tradition des britischen New Wave steht und trotzdem sehr originell und sehr 2005 ist. Er gehört für mich ohne Zweifel zu den besten Liedern der letzten Monate.

von drbierkrug um 19:03h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension

 



Montag, 25. Juli 2005

Popular culture applies to all of us
Kauft euch alle "Bang Bang Rock&Roll" von Art Brut. Nicht unbedingt wegen der Musik, die natürlich auch nett ist, guter, fröhlicher und durchaus durchdachter Rock-Punk-Fun-Sound. Nein, kauft euch diese Scheibe wegen den Texten, die wahnsinnig lustig sind und in einem sympathischen englischen Akzent vorgetragen werden. Natürlich ist das gerade wieder so eine Welle in England, das alle mit Akzent singen, aber trotzdem. In den Liedern geht es übrigens um schlechtes englisches Wetter, den kleinen Bruder, der den Rock&Roll entdeckt, die "brandneue Freundin" oder die 10 Jahre, 9 Monate, 3 Wochen... nicht mehr gesehene Jugendliebe. Und natürlich geht es in einem Lied auch um Erektionsstörungen. Ich glaube, auf jeder guten Rockplatte sollte ein Lied über Erektionsstörungen sein. Bisher teilen aber leider erst Art Brut und die Kings Of Leon diese Meinung. Oder habe ich etwas verpasst? Egal. Bang Bang Rock&Roll! They formed a band!

von drbierkrug um 19:15h| 0 Kommentare |kommentieren | Siehe auch: Rezension